Der beginn der Luftrettung
 

Die Väter der Luftrettung, Michel-Joseph und Jacques Étienne Montgolfier, zwei Brüder aus der Provinz Frankreichs, die gemeinsam eine Papierfabrik leiteten, beschäftigten sich schon 1770 mit der Luftfahrt. Zunächst tüftelten die Brüder an einem Fallschirm, der im Selbstversuch von dem Dach eines Hauses getestet wurde. Auf Bitten ihrer Familie unterließen sie jedoch weitere Versuche.

 

1782, 12 Jahre später, versuchten Sie eine luftdichte Hülle mit „leichter Luft“ zum Aufsteigen zu bringen. Dies gelang allerdings zunächst nicht. Im Dezember 1782 verzeichneten die Brüder dann erste Erfolge, bis im Jahr 1783 der erste bemannte Heißluftballon auf den Weg gebracht wurde.

 

In den darauf folgenden Jahren bis 1794 wurden Bauweise und Funktionstüchtigkeit der Ballons immer weiter verbessert.

 

Während der Revolutionskriege zwischen 1794 und 1815 wurde der Heißluftballon von der Französischen Luftkompanie das erste mal als Beobachtungsposten und Materialtransportmittel eingesetzt. In dieser Zeit erkannten die Verantwortlichen des Krieges, dass oft nur eine Luftbrücke zwischen dem Schlachtfeld und dem Lazarett die Rettung des Lebens der Verletzten sein kann. Damit war ohne eine Ahnung der weiteren Entwicklung der erste kleine Grundstein der Luftrettung gelegt.

 

In der Zeit zwischen 1907 und 1952 wurde die Entwicklung durch Renommierte Erfindern vorangetrieben.

 

1907 Paul Cornu schwebte 20 Sekunden mit seinem 260 Kg schweren Fluggerät über dem Boden.

 

1910 Erfand Boris Nikolajewitsch Jurjew die erste Taumelscheibe.

 

1922 wurde von Étienne Oehmichen der erste Heckroter betriebene Oehmichen No. 2 stabiel in die Luft gebracht.

 

1923 gelang Juan de la Cierva die Stabilisierung durch der Drehflügler durch die so genaten Schlaggelenke.

 

1924 wurde von Raúl Pateras Pescara der erste Weltrekord für Rotorflugzeuge mit einer Pescara No.3 und seiner erstmals eingesetzten zyklische Blattverstellung aufgestellt.

 

1930er entwickelten und bauten Louis Charles Breguet und René Dorand mit dem Gyroplane-Laboratoire den ersten, stabil fliegenden Hubschrauber.

 

1936 wurde mit der Fw 61 von Focke-Wulf, die erste Autorotationslandung mit einem Drehflügler durchgeführt.

 

In den Kriegsjahren wurde die Entwicklung eines Drehflüglers eher Stiefmütterlich behandelt Privatpersonen wurde in Deutschland von 1939 – 1955 die erbauung jegliche Luftfahrzeuge untersagt. Erste Rettungen von einzelnen Personen mit Hilfe von motorisierten Flugzeugen fanden während des ersten Weltkrieges statt, wurde aber nicht bewusst als Rettungsflug geplant.

 

1952 erhielt die zivile Luftrettung das erste mal große Bedeutung. Die Wegbereiter einer kleinen Mitgliedergruppe der Schweizer Lebensrettungs- Gesellschaft (SLRG) trafen sich am 27.04.1952 in Twann am Bielersee zur Jahreshauptversammlung und setzten Ihre Idee, Personen aus der Luft zu retten, mit Hilfe des Mediziners Dr. Rudolf Bucher und einer kleinen Pioniersgruppe um. An diesem Tag wurde die Schweizerische Rettungsflugwacht (SRFW) gegründet und das organisierte Luftrettungswesen geboren.

 

Zwei Tage vor Heiligabend, am 22. Dezember 1952, kamen der St. Moritzer Hotelier Fredy Wissel und dessen Flugschüler, der walliser Berufspilot Hermann Geiger, für die Schweizerische Rettungsflugwacht (SRFW) in Davos das erste mal in der zivilen Luftfahrt mit einem Helikopter zum Einsatz, um Menschen aus einer prekären Situation zu retten.

 

1957 erheilt die SRFW vom Verein Schweizerischer Konsumvereine einen neuen Hubschrauber des Typs Bell 47 J geschenkt. Bereits am 19.03.1960 kam es zur Selbständigkeit der Luftrettung bzw. deren Flugretter. Die SRFW hat sich an jenem Tag von der SLRG gelöst und neu organisiert. In den kommenden Jahren wurde die Alarmierungstechnik Stepp by Stepp erneuert und die Organisation dezentralisiert. Schon bald entstand aus der SRFW die heute noch bestehende und sehr geschätzte schweizer Luftrettungsgesellschaft „Rega“

 

Wenig später, 1968, wurde das Helikopterunternehmen "AIR ZERMATT AG" gegründet, das im Kanton Wallis Menschen aus Notlagen Hilfe leisten, sie retten und auch bergen sollte. 1969 führte die Air Zermatt ihren ersten Hubschraubereinsatz zur Rettung verletzter und hilfeloser Personen durch. Entgegen der landesweit agierenden Rega konzentrierte sich die Air Zermatt auf eine kleine, aber dennoch bedeutende Region: auf die Walliser Alpen mit dem Matterhorn, das mit 4478 Metern Höhe und der Dufourspitze mit 4634 m eines der höchsten Gebirge der Schweiz ist.

 

Ende der sechziger bis Anfang der achtziger Jahre gewinnt auch in Deutschland die Luftrettung an Bedeutung. Notwendig wurde die Planung des neuen Rettungsmittels aufgrund der steigenden Zahl der Kraftfahrzeuge, die nicht zuletzt wegen der schlechten Sicherheitsstandards zu einer erschreckend hohen Zahl an Unfalltoten und Verunfallten führte. Hinzu kam die aus heutiger Sicht eher schwache Abdeckung durch den bodengebundenen Rettungsdienst und die präklinische Versorgung aus heutiger Sicht. Um der hohen Mortalitätsrate entgegen zu wirken, erkannte Dr. med. Hans Burghart als damaliger Assistenzarzt am Krankenhaus Harlaching, dass schnelle Hilfe aus der Luft, entscheidend zum Überleben beitragen kann und eine gute Ergänzung zum Bodengebundenen Rettungsdienst ist. Im Mai 1970 in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr wurde ein luftgebundener Notarztdienst durch Dr.Burghart vom bayrischen Flugplatz Oberschleißheim am Wochenenden und Feiertagen gestellt.

 

Nach kurzer Zeit zog sich die Bundeswehr aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Pilotprojekt Luftrettung zurück. Um die Luftrettung in der Region München aufrecht zu erhalten, schlossen sich der ADAC, das Land Bayern, das Bundesverkehrsministerium und die Allianz-Versicherung zusammen und bildeten damit endgültig die Basis der heutigen Luftrettung in Deutschland. Erstmalig wurde am 01.11.1970 der Standort am städtischen Krankenhaus München-Harlaching mit dem ersten eigenen Rettungshubschrauber „Christoph1“ betrieben. Der Name "Christoph" ist die Kurzform für Christophorus. Er war einer der 14 Nothelfer und half einer Legende nach, Reisende über einen Fluss. Eines Tages erschien Jesus als kleiner Junge. Christophorus half Jesus ebenfalls über einen Fluss und wunderte sich über sein Gewicht. Jesus sprach zu Ihm: „KIND, DU BIST SO SCHWER, ALS HÄTTE ICH DIE LAST DER GANZEN WELT ZU TRAGEN!“. Da antwortete das Kind: „Wie du sagst, so ist es, denn ich bin Jesus, der Heiland. Und wie du weißt, trägt der die Last der ganzen Welt.” Am anderen Ufer angekommen sagte das Kind: „Du hast den Christ getragen, von jetzt an darfst du dich Christophorus nennen.” Diese Legende führte dazu, dass die Ikonographie den Märtyrer häufig mit Stab und dem Jesuskind auf den Schultern darstellt. In unserer Zeit entwickelte sich Christophorus zum Schutzheiligen der Reisenden und Autofahrer.


Im November des darauf folgenden Jahres wurden so genante Testrettungsstationen der Bundeswehr in Ulm durch die Luftwaffe in Kooperation mit dem Bundeswehrkrankenhause mit dem Hubschraubertyp Bell UH-1D (der so genante Teppichklopfer) besetzt. Die Bell UH-1D, wird auf Grund des gleich klingenden markanten Geräusch, dass beim ausklopfen eines Teppichs mit einem Haushaltsgerät, dass aus einem Rattangeflecht besteht und der Größe eines Tennisschlägers entspricht, entsteht. Vom Standort Ulm, wurde die Bell UH-1D auch für die zivile Luftrettung genutzt, die sonst nur als Kampfhubschrauber der Bundeswehr und den amerikanischen Luftstreitkräfte diente. 

 

So baute sich nach und nach die heutige Luftrettung auf. Am 22.12.1971, führte in Zusammenarbeit vieler Entscheidungsträger den damals unter dem Funkrufnamen „Johannes Köln 1“, der heute „Christoph 3“ genannte Rettungshubschrauber ein und flog seinen ersten Einsätze vom Segelfluggelände Leverkusen. 

 

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